Bewertung des Sanierungsbedarfs

Beim Thema Bewertung des Sanierungsbedarfs sogenannter schwach gebundener Asbestprodukte (z. B. Spritzasbest, asbesthaltiger Putz, leichte asbesthaltige Bauplatten) sollten insbesondere Vermieter von Immobilien besondere Aufmerksamkeit haben, denn von sanierungsbedürftigen schwach gebundenen Asbestprodukten geht in der Regel eine hohe gesundheitliche Gefährdung auf die Mieter aus.

 

Wenn es der Vermieter unterlässt, sein Gebäude auf asbesthaltige Produkte hin zu untersuchen (Kataster), und der oder die Mieter werden über längere Zeit hinweg einer erhöhten Freisetzung von Asbestfasern in der Mietwohnung/ dem Miethaus ausgesetzt, kann sich der Vermieter der fahrlässigen, grob fahrlässigen oder sogar vorsätzlichen Körperverletzung strafbar machen.

 

Daher sieht die Asbest-Richtlinie der Länder für schwach gebundene Asbestprodukte vor, daß diese hinsichtlich der Dringlichkeit ihrer Sanierung einer fachlichen Bewertung unterzogen werden müssen. Überwachende Behörde ist das Bauordnungsamt.

In der Regel beauftragen Eigentümer einer Immobilie Sanierungsunternehmen (!) damit eine Bewertung des Sanierungsbedarfs vorzunehmen. Die Bewertung nimmt dann die im jeweiligen Unternehmen angestellte, verantwortliche und sachkundige Person vor.

Wird ein Sanierungsbedarf festgestellt - was in der Regel bei Bewertungen durch ein Sanierungsunternehmen der Fall sein dürfte -, stehen drei Sanierungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  1. die Entfernung

  2. das Beschichten (in Deutschland nicht möglich)

  3. die räumliche Trennung

Für die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen hat der Eigentümer nach der Feststellung der Sanierungsbedürftigkeit dann 3 Jahre Zeit.

Können Sie als Laie beurteilen, ob das Ergebnis der Bewertung der Sanierungsbedürftigkeit richtig ist? Können Sie bewerten, ob die Ihnen vom Sanierungsunternehmen empfohlenen Sanierungsmaßnahmen auch tatsächlich ratsamen sind?

Ein Beispiel:

In Ihrem Gebäude wird ein sanierungsbedürftiger Stahlträger entdeckt, der aus Brandschutzgründen vor vielen Jahren mit Spritzasbest ummantel wurde. Sie haben derzeit keine ausreichenden Finanzmittel um den Spritzasbest entfernen zu lassen. Sie werden versuchen in den nächsten 3 Jahren die Finanzierung der Sanierung zu sichern. Als vorläufige Maßnahme empfiehlt Ihnen das Sanierungsunternehmen eine räumliche Trennung (Umbauung und staubdichte Abdichtung). Eine vorläufige Maßnahme muss alle 6 Monate überprüft werden, ob diese noch ausreichend wirksam ist! Hierzu wird eine erneute Inaugenscheinnahme und eine Expositionsmessung (ca. 200-300.-€ pro Messung) durchgeführt. Bis zur endgültigen Entfernung des Spritzasbests (in ca. 3 Jahren) können somit allein für die Messungen bis zu 1.800.- € anfallen. Hinzu kommen noch die Kosten für die Inaugenscheinnahme durch das Sanierungsunternehmen. Und in 3 Jahren kommen dann hohe Kosten für die Entfernung auf Sie zu.

So weit alles in Ordnung, denken Sie. Wirklich?

Warum hat das Sanierungsunternehmen Ihnen nicht gesagt, daß die räumliche Trennung auch als endgültige Maßnahme gelten kann? Es gibt keine zwingende Notwendigkeit, respektive gesetzliche Vorschrift, den Spritzasbest entfernen zu müssen! Eine sachgemäße, wirksame räumliche Trennung als endgültige Sanierungsmaßnahme ist vollkommen ausreichend!

 

Die Kosten für die Messungen würden wegfallen. Die Kosten für die Inaugenscheinnahme würden wegfallen. Die Kosten für die Entfernung würden wegfallen. Alles Kosten, die das Sanierungsunternehmen Ihnen liebend gerne in Rechnung gestellt hätte!

Hätten Sie das gewusst? Woher auch!

Der Asbest-Rebell ist kein Sanierungsunternehmen.

Der Asbest-Rebell hilft Ihnen dabei, sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen.